Freitag, 27. August 2010

Hingeschaut (11): Rästelhaft

Ich freue mich ganz besonders, wenn ich von Freunden, Lesern und Kollegen Panels zugeschickt oder vorgeschlagen bekommen. Dann muss ich nicht immer meine Bibliothek durchforsten und wirke weniger parteiisch bei der Auswahl meine Beispiele.

Das vorliegende Panel der Woche stammt diesmal von meinem sehr guten Freund und langjährigen Comicsammler Christoph Nerge, der vor einiger Zeit sehr verwundert über ein einzelnes Bild war. Die Namen des Comics und des entsprechenden Verlags sollen an dieser Stelle nicht erwähnt werden. Die Auflösung gibt es dann nächste Woche.

Aber werfen wir einen Blick auf das Panel, das meinen alten Freund aufgefallen ist. Das schwarzumrandete Panel findet sich gleich auf der zweiten Seite des Comics. Es rangiert an dritter Stelle (das erste in der zweiten Reihe), umrahmt von fünf anderen Panels auf der Seite.

Auf dem Panel sitzen zwei Figuren in Anzügen, die auf den ersten Blick sehr vertraut wirken. Trotz der auf dem Bild grauen Haare gehören die unverkennbaren Gesichtszüge keinem anderen als dem ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder, der in grünem Jackett und lila Krawatte gestisch seine Frage "Woher wissen wir, dass das Testament rechtmäßig ist?" unterstützt (da ich leider keinen anderen Scan zur Hand habe, muss an dieser Stelle die deutsche Übersetzung herhalten).

Hinter seiner gestikulierenden Hand verbirgt sich ein weiteres bekanntes Gesicht: Schröders damaligen Vizekanzler und Außenminister Joschka Fischer, der - in Denker erstarrt - der den rechten Rand des Panels einnimmt. Die Sitzsituation erinnert zwar an einen Tagungsraum, doch ähnelt er mehr dem britischen Houses of Parliament mit seinen hohen roten Rückenlehnen als dem deutschen Bundestag. Beide Figuren haben ihren Blick nach rechts gewandt und erzeugen dadurch ein Verstärkung der Leserichtung.

An dieser Stelle gebe ich sonst immer einen Ausblick auf das gesamte Layout der Seite, doch da es sich ja um ein Rätsel handeln soll, wird keine weiterführende Information gegeben. Nur frage ich mich genauso wie Christoph, ob warum der Künstler scheinbar ein Foto der beiden abgepaust hat, um die alternative Welt seines Comics mit fiktiven Politikern zu füllen. Da gerade die Amerikaner in ihren Comics immer eine großes Aufsehen um jedes sichtbare Hakenkreuz machen, hätte man sich schon einmal überlegen können, welche Konnotationen die Verwendung von Schröder und Fischer in diesem Comic erzeugen.

Wer weiß, um welchen Comic es sich hier handelt, einfach einen Kommentar posten.

Kommentare:

MKnaack hat gesagt…

Salut Herr Wüllner,
gibts dabei auch was zu gewinnen?

Daniel Wüllner hat gesagt…

Lieber Herr Knaack,

sie mögen nur dann mitmachen, wenn Sie wissen, dass es auch was zu holen gibt, wa? Und wissen tun Sie es ja eh nicht.

Vielleicht schauen sie morgen mal in Ihren physikalischen Posteingang.

Grüße,
Daniel

MKnaack hat gesagt…

Naja, sie haben ja recht.
Vielen Dank, der Briefkasten war heute voll von guten Überraschungen.
Hab mich sehr gefreut.
Bis bald einmal
Malte